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By Christian Pross, Sepp Graessner (auth.), Dr. phil. Angelika Birck, Dr. med. Christian Pross, Dr. med. Johan Lansen (eds.)

Jedes Jahr finden etwa 450 Menschen, die Opfer von politischer Verfolgung, Folter und/oder Bürgerkrieg geworden waren, im Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin (BZFO) medizinische, psychotherapeutische und soziale Hilfe.
Zehn Jahre nach seiner Entstehung ziehen jetzt die Gründer und das Behandlerteam des BZFO eine Bilanz ihrer Arbeit. Ihr Buch dokumentiert Aspekte der andauernden Suche nach wirksamen Wegen in der Traumatherapie, ohne Fallstricke und Rückschläge zu verschweigen, z.B.:
- Verschiedenste Psychotherapieangebote, auch für Kinder und Jugendliche
- Interkulturelle Aspekte der Therapie
- Retraumatisierende Bedingungen des Exils, soziale Isolation der Opfer
- Kommunikation zwischen sufferer und Therapeut aus Sicht der beteiligten Dolmetscher
- Supervision als Mittel gegen Burn-out und Erschöpfung der Helfer
Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Beschreibung des therapeutischen Handelns mit schwerst traumatisierten Menschen aus anderen Kulturen. Damit ist es eine unentbehrliche Hilfe für alle, die im psychosozialen oder medizinischen Bereich mit Flüchtlingen zu tun haben, aber auch für Therapeuten, die mit anderen schwer traumatisierten Menschen arbeiten.

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Bei drei Fliichtlingen war der Asylantrag abgelehnt worden und drei hatten eine positive Entscheidung nach § 51 AuslG und somit ein Bleiberecht erhalten. Eine Person lebte mit dem Aufenthaltstatus einer Duldung als Burgerkriegsfluchtling in Deutschland. Sieben der Fliichtlinge waren zum Zeitpunkt des Interviews in einem Wohnheim flir Fluchtlinge und Asylbewerber untergebracht, die ubrigen lebten in privaten Unterkunften. Die auf Tonband aufgczeichncten Gesprache wurden nach der Transkription mit der sehr offenen qualitativen Methode des Theoretischen Kodierens (Strauss 1998) ausgewertet, wobei natiirliche Kodes herausgearbeitet, untereinander verglichen und schlieBIich Schliisselkategorien bezuglich der Grundprobleme der Befragten, deren Losung und Bearbeitung identifiziert wurden.

In unserem Griindungskonzept und unserem Stellenplan waren wir daran ausgerichtet, dass politische Fluchtlinge iiberwiegend Manner seien, da sie sich in ihren Heimatlandem politisch am starksten exponieren und unter Zurticklassen von Frau und Kindem fliehen mtissen. Das hat sich insbesondere seit dem Jugoslawienkrieg mit den Massen-Vergewaltigungen geandert. Auch mehr und mehr Kurdinnen aus der Ttirkei fliehen vor der sexuellen Gewalt in tiirkischen Gefangnissen und Polizeistationen als Teil einer systematischen Zerstorung des kurdischen Gemeinwesens (siehe Beitrag von Mechthild Wenk-Ansohn).

Sie seien Ort und Vorstufe von Selektion. Sie demonstrieren Macht und entmutigen. Sie werden durch das Recht legitimiert und umschlieBen Menschen mit reduzierten Rechten. Mit Wachposten und Hunden, umgeben von Zaunen, abgeschnitten von Kommunikation in abgelegener Region. Lager in Form von Sammelunterkiinften, Heimen sind heute fur Menschen, die als Asylsuchende oder abgelehnte Asylbewerber gelten, Realitat, Urn Verwaltungsentscheidungen durchzusetzen, werden Fliichtlinge in ihrer Freiheit beschrankt.

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