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By Jo Reichertz

Wie kommt es zur Entdeckung des Neuen in der sozialwissenschaftlichen Forschung? Konsens herrscht darüber, dass dies allein mit einer gedanklichen Operation möglich ist, die Charles Sanders Peirce mit dem Namen ‚Abduktion‘ belegt hat. In dem Buch wird nicht nur herausgearbeitet, was once Peirce selbst unter dem Begriff der Abduktion verstand, sondern auch, wie die Abduktion in der konkreten qualitativen Sozialforschung herbeigeführt und wie sie später im Forschungsprozess geprüft werden kann. In der hier vorliegenden zweiten Auflage wird die neueste Literatur zur Abduktion aufgearbeitet und die Bedeutung der Kommunikation für das Zustandekommen von Abduktionen sichtbar gemacht.

"Insgesamt ist der Band nicht nur informativ, er ist über weite Strecken auch durchaus eine vergnügliche Lektüre, insbesondere dort, wo Reichertz die pointierte und bilderreiche Sprache von Peirce in größeren Ausschnitten wiedergibt." Soziologische Revue, 03/2008

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Als Hartshorne und Weiss die ihnen überlassenen Kartons mit den handschriftlichen Manuskripten sichteten, mussten sie feststellen: „[Peirce‘] manuscripts represent all states of incompleteness. Frequently there is no date or title and many leaves are out of place or altogether missing. Some of them were rewritten as many as a dozen times: it is often evident that Peirce himself was not able to select a final form“ (Peirce CP 1: IV). Aber die Beschäftigung mit Peirce ist nicht nur wegen der Datenlage riskant, sondern auch und vor allem deshalb, weil er mehrfach in den Jahren des schriftlichen Philosophierens (also von 1855 bis 1914) seine Terminologie, aber auch seine Grundüberzeugungen (teils recht deutlich) wechselte.

Im Falle des Wandels von ,Hypothesis‘ zu ,Abduktion‘ veränderte Peirce nicht nur die Verwendungsweise, sondern auch die Namen. Und er wies ausdrücklich darauf hin ! So schrieb er 1902 rückblickend, dass sich seine Theorie der gültigen Schlüsse seit 1883 enorm verbessert habe. Vor 1883 habe er sich in einigem geirrt. Grund für den Irrtum: „Doch ich war zu sehr damit beschäftigt, die syllogistische Form und die Lehre von der logischen Extension und Komprehension zu untersuchen, die ich als weit grundlegender ansah als sie wirklich sind.

Im Lagerraum der Universität ging eine größere Anzahl der Manuskripte verloren, andere wurden gestohlen. Übrig blieben etwa 90 000 Blätter (vornehmlich aus den Jahren 1900 bis 1914), die mittlerweile auf Mikrofilm (1966) und Microfiche (1977) vorliegen (vgl. hierzu Oehler 1993: 40 und vor allem Pape 1990: 71). Hinzu kommen etwa 400 Rezensionen für die Zeitschrift ,The Nation‘ und etwa 5000 Seiten zu Fragen der Geophysik und Astronomie für die ,Coast and Geodetic Survey‘ (siehe hierzu Pape 1988: 32): alles in allem gut 100 000 Seiten, von denen etwa nur ein Fünftel in den ,Collected Papers‘ aufgenommen wurde.

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