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By Boris Holzer

Die gesellschaftliche Entwicklung in Ostasien hat in den letzten Jahrzehnten mehrfach überraschende Wendungen genommen. Zunächst notierten Beobachter mit Erstaunen das ostasiatische Entwicklungs-"Wunder" nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit bemerkenswerter Geschwindigkeit vollzogen zuerst Japan und anschließend die "vier kleinen Tiger" Hongkong, Singapur, Südkorea und Taiwan den Wandel zur modernen Industriegesellschaft. Auch andere Länder der sector hegten die Hoffnung, diesem Beispiel bald folgen zu können. Dann wurde die sector jedoch von einer Finanz- und Währungskrise erschüttert, die derartige Pläne nachhaltig in Frage stellte. Die langfristigen Folgen dieser Entwicklung sind ungeklärt.
Auf der Suche nach den Ursachen versucht die vorliegende Studie, den Modernisierungsprozeß in Ostasien zu rekonstruieren. Eine Reihepolitischer, wirtschaftlicher und sozio-kultureller Faktoren trugen zur erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung bei. Sowohl die Erfolge als auch die Krisensymptome der gesellschaftlichen Entwicklung in Ostasien müssen allerdings im Kontext weltwirtschaftlicher und geopolitischer Rahmenbedingungen gesehen werden.

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Entwick- lungen denkbar gewesen, die jedoch nicht aktualisiert wurden;42 (2) auf seine Zukunft t2: die gegebene Situation eröffnet die Möglichkeit unterschiedlicher Entwicklungswege, zwischen denen nicht aufgrund des Kriteriums der Notwendigkeit entschieden werden kann, sondern allenfalls durch probabilistische Erwägungen. 43 Durch die Verdinglichung des Systemaspekts ist der kontingente Charakter der Weltsystementwicklung in vielen Analysen in den Hintergrund getreten. Für Wallerstein ergeben sich ,kontingente' Situationen nur in Perioden krisenhafter Entwicklung, wenn die Nachfolgezustände des Systems nicht durch seine vorherigen Operationen festgelegt sind.

Berger die Modernisierung in Ostasien als ein experimentelies Setting: Ein ähnlicher ProzeB, die Industrialisierung, habe verschiedene Reaktionen hervorgerufen. Ostasien könne deshalb als eine "non-individualistic version of modernity", als ein ,Kontrollexperiment' der westlichen Entwicklung gesehen werden (Berger 1988: 6). Als Reaktion auf diese Herausforderung kann die "Neo-Modernisierungstheorie" (Alexander 1994: 182) begriffen werden. Sie stellt erneut die Frage nach dem Zusammenhang von Kultur und gesellschaftlicher Entwicklung, gibt jedoch die Teleologie der klassischen Modernisierungstheorie auf.

Die kulturelle Vielfalt der ostasiatischen Region entspricht keineswegs einer solchen Vorstellung (Brown 1992; Rozman 1991; Wolters 1982). Diesem Einwand wurde entgegnet, daB ,Konfuzianismus' als schlichte Bezeichnung tUr ein Kulturmuster gewählt wird, das auch Elemente des Buddhismus, Taoismus und des Volks- und Alltagsglaubens enthält (Redding 1990). Dann wäre allerdings zu fragen, warum gerade der Konfuzianismus als Etikett dienen muB. Genauso plausibel wäre letztlich der Vorschlag, als kleinsten gemeinsamen Nenner der ostasiatischen Kulturen das Merkmal der "Chopstick Culture" (EBstäbchen-Kultur) zu wählen (Nakajima 1994: 114).

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