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By Swantje Reimann

Gute Ärzte stehen im Fokus zahlreicher Interessengruppen mit je verschiedenen Ansprüchen an dieses „gut“. Swantje Reimann versteht die Frage nach dem guten Arzt jedoch nicht normativ, sondern sie fokussiert die Sicht der Medizinstudierenden bezüglich ihrer Ausformulierungen und Annäherungen an dieses „gut“: Wie eignen sie sich einen bestimmten medizinischen Habitus an, wie lässt sich dieser überhaupt beschreiben, welche Ausformulierungen eines spezifischen Habitus lassen sich rekonstruieren und worin zeigt sich die „Allmählichkeit“ seiner Aneignung i. S. Bourdieus bei angehenden MedizinerInnen?

Die Autorin verweist auf grundlegende Gemeinsamkeiten der verschiedenen Ausprägungen eines medizinischen Habitus. Die Spezifik des medizinischen Habitus lässt die Frage nach dem Zusammenhang zu Befunden von MedizinerInnen (Burnout, Drogengebrauch, -missbrauch, Suizidprävalenz etc.) hervortreten. Hier ließen sich Ansätze zur Krankheitsprävention von (angehenden) ÄrztInnen schon während der Ausbildung formulieren.

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Gefährlich sei diese Kombination vor allem für Patienten. Feedback nun wiederum sei gerade für sich selbst überschätzende Lerner (und Ausführer) besonders überraschend, wenn es Inkompetenzen und Lernpotenziale thematisiert. Dies führe eher zu emotional-ablehnenden Reaktionen als zu kognitiven Lerneffekten bei dem Kritisierten, denn Feedback könne mehr als persönliche Attacke denn als konstruktive Unterstützung gesehen werden. Die Autoren befürworten, dass konstruktives Feedback eine wichtige Komponente auch und vor allem schon in der Ausbildung sein müsse, um eine Reflexion des eigenen Handelns frühzeitig zu erlernen, die Selbstwahrnehmung an die sogenannte 'Wirklichkeit' rückzubinden, damit die Vorteile und positiven Effekte eines konstruktiven Feedbacks auch tatsächlich genutzt werden können.

Auch nimmt die Studienmotivation im Verlauf des Studiums ab, und Studierende der höheren Semester distanzieren sich deutlicher von ihrem Studium und dem angestrebten Beruf. Ihrem Wunsch nach Rückmeldung zu ihrer Leistung durch Dozenten, ausbildende Ärzte und andere Lehrer wird nicht in dem Maße entsprochen, wie es für die Selbstwahrnehmung und eine realistische Selbsteinschätzung in der Berufsausübung wichtig wäre. Die Mehrzahl der Studien wurde unter Verwendung diverser Fragebögen durchgeführt, die sich wiederum standpunktabhängig und voraussetzungsvoll dem jeweiligen Gegenstand widmen.

Bedeutsam sind die Ausführungen zur Entwicklung einer spezifischen studentischen Kultur, die die Handlungsorientierungen der Studierenden zu weiten Teilen mehr beeinflusst, als es den Bedingungen des medizinischen Feldes zukommt. Aber gerade in ihren Beschreibungen verschiedener Initiationsriten in die medizinische Welt kommt die Annäherung dieser studentischen Kultur an einen medizinischen Habitus anschaulich zum Ausdruck: „A rite of passage is that series of instructions, ceremonies, and ordeals by which those already in a special status initiate neophytes into their charmed circle, by which men turn boys into fellow men, fit to be their own companions and successors“ (Becker, Geer et al.

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