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By Matthias Herrle

Vielerorts wird heute über Möglichkeiten der Optimierung des Lehr-Lerngeschehens in pädagogischen Veranstaltungen diskutiert. Welche Organisationsprinzipien für den Prozess der Herstellung dieses Geschehens von Bedeutung sind, darüber ist indes noch wenig bekannt. Anhand videographischer Analysen von Etablierungsphasen in Veranstaltungen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung vermittelt die Interaktionsstudie von Matthias Herrle neue Einblicke in die multimodale Komplexität solcher Herstellungsprozesse. Durch eine Vielzahl an Abbildungen wird ein breites Spektrum an Methoden illustriert, das die Beteiligten selektiv nutzen, um ihr Agieren zu koordinieren. Es wird gezeigt, mit welchen strukturellen Problemen sie im Interaktionsablauf konfrontiert sind und welche Varianten im Umgang mit ihnen realisiert werden. Auf diese Weise wird deutlich, welche interaktiven (Vor-)Leistungen den alltäglichen Vollzug des „pädagogischen Geschäfts“ konstituieren und auch jenseits des Anfang(en)s zu seiner Strukturierung beitragen.

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Schulunterricht findet nicht primär unter Bedingungen der Selbst- sondern der Fremdselektion statt. Ab einem bestimmten Alter bzw. einem medizinisch attestierten Entwicklungsstand werden Kinder zur Teilnahme am Unterricht verpflichtet. Dabei können sie sich nur begrenzt – wenn überhaupt – aussuchen, welche Veranstaltung sie wahrnehmen wollen, weil sie ihrem Interesse entspricht, und welche nicht. Die Teilnahme am Schulunterricht obliegt nicht primär dem Interesse des einzelnen Lerners, sondern institutionell-organisatorischen Setzungen.

Spiegel/Spranz-Fogasy 2001) bzw. Episoden (vgl. Luhmann 2002, S. 108), die den Unterricht oder Kurs als Ablauf bestimmter Engagements gliedern und strukturieren. Dabei wird je selektiv auf die Eigenzeitlichkeit eines bestimmten Gegenstands zugegriffen, die z. B. beim Tanz in der Abfolge bestimmter Figuren, bei fremdsprachiger Konversation in der Abfolge bestimmter Gesprächssequenzen und in der Mathematik in der Abfolge bestimmter Rechenoperationen besteht. 4 Grundprobleme der Etablierung pädagogischer Interaktion Um die Besonderheiten der Etablierung pädagogischer Interaktionen in Kursbzw.

Sie sichert das „Fundament der Interaktion“ und regelt „Formen der Beteiligung“ (Müller/Bohle 2007, S. 161). Als implizite Formen des (Inter-)Agierens tragen Koordinationsprozesse zur Herstellung von Interaktionsereignissen bei, „sind aber meist keine Gegenstände interaktiver Verhandlung und reziproker, erkennbar gemachter Deutung, sondern sie haben einen primär organisatorischen Charakter“ (Deppermann/Schmitt 2007, S. 41); allerdings ist es grundsätzlich möglich, koordinative Verhaltensweisen als Handlungen zu vollziehen.

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